Clubkombinat Hamburg e.V.

Club Award 2022

Die „Schwarmintelligenz” hat entschieden: KNUST ist Club des Jahres 2022

Club Award 2022, Fotocredit Kevin Winiker

Zum zweiten Mal im Sommer – zum zwölften Mal insgesamt: Das Clubkombinat Hamburg e. V. würdigt Hamburgs Livemusikszene in neun Kategorien. Nach einer pandemiebedingten kleineren Ausgabe vom Club Award fand die Award Show in diesem Jahr wieder mit zahlreichen Gästen statt. Über einen der begehrten Preise freuten sich außerdem Rap for Refugees, die Astra Stube und das LOGO.

Zu Ehren der Hamburger Clubkultur verlieh das Clubkombinat mit Unterstützung der Behörde für Kultur und Medien den Hamburger Club Award. Der Preis richtet sich an Musikclubs und Veranstalter:innen aus der Livemusikszene und würdigt herausragende Leistungen der letzten zwölf Monate. An der Preisverleihung nahmen geladene Gäste aus Politik, Kreativwirtschaft, Musik- und Clubszene teil.

Das diesjährige Auswahlverfahren orientierte sich an frühere Zeiten: Die „Schwarmintelligenz” entschied über die Gewinner:innen in fünf von neun Kategorien. So durften alle Club-Enthusiast:innen in einer Nominierungsphase ihre persönlichen Lieblingsclubs oder -veranstalter:innen für die diesjährige Preisverleihung vorschlagen. In einem Online-Verfahren ermittelte dann eine bis zu 100-köpfige Fachjury die Preisträger:innen des Club Awards 2022 über die eingereichten Nominierungen mittels Punktevergabe. Auch in diesem Jahr war die Jury sehr breit aus den verschiedenen Bereichen der Hamburger Musik- und Veranstaltungsbranche besetzt. So entschieden Clubbetreiber:innen, Veranstalter:innen und Vertreter:innen von Labels, Agenturen, Medien oder Verbänden über die Gewinner:innen der Trophäen.

Bester Club 2022, Fotocredit Kevin Winiker

Die Nominierten und Gewinner:innen der „Schwarmintelligenz”
In der Kategorie Bester Club waren in diesem Jahr u. a. das KNUST, Hafenklang, das Uebel & Gefährlich sowie das Molotow nominiert. Durchgesetzt hat sich nach Meinung der Jury: das KNUST.
Damit würdigt die Jury nicht nur die speziellen und unkonventionellen Programmschienen des Clubs, sondern auch den hohen Stellenwert, den die Live-Venue für die Hamburger Livemusikszene regional und auch überregional hat.

Unter die Nominierten der besten Veranstalter:innen schafften es u. a. Rap for Refugees e. V. , OHA! Music und das Reeperbahn Festival. Auf der diesjährigen Preisverleihung freuten sich Rap for Refugees e.V. den Preis als beste:r Veranstalter:in entgegenzunehmen. Seit 2017 organisiert der Hamburger Verein diverse Konzerte und Festivals mit dem Ziel, Jugendlichen mittels Hip Hop eine Ausdrucksmöglichkeit und ein Ventil zu ermöglichen.

Zu den besten Open Air Events des vergangenen Jahres zählten laut „Schwarmintelligenz” und Jury folgende Veranstaltungen: Astra Stube goes Schrødingers, 48h Wilhelmsburg, der Kultursommer im
Gängeviertel: Sorry we’re Open sowie das MS Dockville. Mit Astra Stube goes Schrødingers haben beide Spielstätten den Zeitgeist genutzt und vielen Konzert- und Kulturliebhabern über den Corona-Sommer 2021 gebracht – nur ein Grund, um der Astra Stube den Preis für das beste Open Air Event zu überreichen.

Für das beste Live-Konzert (Indoor) waren sehr unterschiedliche Veranstaltungen nominiert: U. a. das Soli-Konzert zur Rettung des LOGO der Band Rogers, The Disco Boys im Mojo Club, Pohlmann’s Nachtschicht im Schanzenzelt sowie das Konzert des Produzenten-Duos Jungle. Über die Trophäe für das beste Live-Konzert (Indoor) freuten sich in diesem Jahr das LOGO. Das Soli-Konzert der Band Rogers zur Rettung des Clubs in der Grindelallee überzeugte die Jury maßgeblich

Obwohl seit diesem Jahr wieder weniger Streams stattfinden – waren sie während der Corona-Pandemie für Künstler:innen, Veranstalter:innen und Clubs ein wichtiges Ventil und gehören deswegen auch nicht vergessen. Zu den Nominierten in der Kategorie Bester Livestream gehören daher: u. a. Plattenfroster Television auf dem MS Stubnitz, das KNUST Guesthouse 6 mit Tonbandgerät, The Day, Klebe und Revelle und der Stream Brøkebutlive auf der Cap San Diego. Durchsetzen konnte sich das Format Plattenfroster Television, das von der MS Stubnitz Media Crew und von klub forward herausragend produziert wurde.

Katharina Aulbach, Vorstandsmitglied des Clubkombinat Hamburg e. V. bilanziert: „Wir freuen uns sehr, dass wir in diesem Jahr wieder in alter Manier die Clubszene dieser Stadt feiern durften. Für das Engagement der diesjährigen Jury sowie die zahlreichen Vorschläge aller Club-Enthusiast:innen Hamburgs möchten wir uns außerdem sehr bedanken. Der große Zuspruch zeigt uns, dass die Hamburger Livemusikszene lebendig ist.”

Die Gewinner:innen der weiteren Kategorien sind…
Erstmals in diesem Jahr ist die Trophäe für den Award “Beste Initiative ‘Zukunft feiern’“ verliehen worden. Der Preis wird mit einem Preisgeld in Höhe von 1.000 EUR von Green Planet Energy gefördert. Zu den Nominierten dieser Kategorie zählten der Südpol, die Markthallen und das Uebel & Gefährlich. Eine vierköpfige Expert:innenjury, die aus Vertreter:innen der Clubstiftung, Green Planet Energy, Green Events Hamburg und der Energieberatung T-Green bestand, kürte den Südpol als beste Spielstätte, bei der am nachhaltigsten gefeiert wird.

Der Vorstand des Clubkombinats Hamburg e. V. verlieh den Ehrenpreis an Ute Daxl vom Fundbureau für ihr langjähriges und vielfältiges Engagement in der Hamburger Clubszene. Nach Einschätzung des Vorstands trägt ihre konstante Arbeit erheblich zur Nachwuchsförderung von Veranstalter:innen und Künstler:innen bei.

Mit dem Sonderpreis “Krisenmanagement”, der in Kooperation mit der Clubstiftung verliehen wurde, zeichnet der Vorstand des Clubkombinat Hamburg e. V. in diesem Jahr alle Clubs und Veranstalter:innen aus, die trotz der langen und beschwerlichen Pandemiezeit heute existieren.
Damit wird das Durchhaltevermögen jedes Clubs, jedes:r Veranstalters:in, jeder Person, die Hamburgs hiesige Livemusikszene am Leben hält, kollektiv gewürdigt.

Ebenfalls in Eigenverantwortung vergab der Vorstand des Clubkombinats den Negativpreis die zerbrochene Gitarre. Dieses Jahr ging die Himbeere an die „Verweigerung des Anerkennungsstatus als Kulturstätten im Rahmen der BauNVO durch das Bundesinnenministerium unter Horst Seehofer“. In seiner Begründung (veröffentlicht auf https://clubkombinat.de)verweist der Clubverband unter anderem darauf, dass das Bundesinnenministerium wertvolle Zeit für eine Umsetzung der Parlamentsentscheidung zur Anerkennung von Musikclubs als Anlagen kulturelle Zwecke verstreichen ließ.

Die zerbrochene Gitarre, Fotocredit Kevin Winiker

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien kommentiert: „Clubs gehören ohne Wenn und Aber als Kulturorte anerkannt. Ganz besonders in Hamburg, wo die Clubkultur besonders vielfältig und ein wichtiges Aushängeschild der Kulturstadt ist. Ich freue mich daher, dass die Anerkennung der Clubs als Kulturorte auch den Weg in den Koalitionsvertrag der Bundesregierung gefunden hat und werde mich weiter für die Umsetzung auf Bundesebene einsetzen. Die Clubs in Hamburg haben in den letzten Jahren Überragendes geleistet und bekommen daher völlig zu Recht den Sonderpreis für ihr kluges Krisenmanagement in der Corona-Zeit. Mit dem Club Award wird die großartige Leistung der Clubs und Musikveranstalterinnen und -veranstalter in Hamburg gemeinsam sichtbar gemacht und gefeiert. Ich danke allen für den wertvollen Beitrag, den sie gerade in diesen krisenhaften Zeiten zum Musikleben unserer Stadt leisten und gratuliere allen Preisträgerinnen und Preisträgern.“

Die Preisträger:innen in den Kategorien Bester Club, Beste/r Veranstalter:in, Bestes Open Air Event, Bestes Live-Konzert (Indoor) und Bester Stream erhalten zusätzlich zur Trophäe jeweils ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro, welche die Behörde für Kultur und Medien Hamburg bereitstellt.

Als Moderator:innen-Duo führte Daphne Sagner und Hinnerk Köhn durch den Abend. Außerdem begeisterten die Hamburgerin jolle und das Künstlerduo King LX das Publikum mit ihren Live-Performances. Musikalisch begleitete Max Scharff den Abend.

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